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Herrsche zieht am Rickenschwinget allen davon

Der Festsieger des 64. Rickenschwingets stand schon vor dem Schlussgang fest: Nach fünf Siegen in Serie war Eidgenosse Martin Herrsche nicht mehr aufholbar. Von den Wettkampfteilnehmern des Schwingerverbands Rapperswil und Umgebung erzielte Hans-Peter Kamer aus Benken das beste Resultat.


Von Matthias Dörig




Neben dem Geschehen auf dem Schwingplatz gab gestern auf dem Ricken vor allem das Wetter zu reden. Dauerregen und kühle Temperaturen um die 15 Grad führten dazu, dass sich die Mehrheit der über 1000 Festbesucher vornehmlich im Festzelt aufhielten. Wer sich aber trotz Regenschauer und Kälte ins Freie wagte, wurde am 64. Rickenschwinget mit erstklassigem Schwingsport belohnt.


113 Schwinger aus der ganzen Nordostschweiz sowie aus den Kantonen Schwyz und Zug nahmen am Wettbewerb teil. Von ihnen dominierte Martin Herrsche, Appenzell, das Fest von A bis Z. Nach fünf gewonnenen Gängen war der Eidgenosse so weit in Führung, dass er nicht mehr eingeholt werden konnte. Herrsches Schlussgang-Gegner, Christian Bernold, Berschis, wurde beim Ausschwingen ermittelt. Bernold absolvierte den Schlussgang als Zusatzgang und trotzte Festsieger Herrsche nach zehnminütigem Kampf einen Gestellten ab.


Herrsche ist seit 2013 der erste Appenzeller Sieger auf dem Ricken. Damals gewann Michael Bless. Der Sieg sei für ihn ein schöner Lohn für die investierten Trainingsstunden, sagte Herrsche im Siegerinterview. «Er gibt mir ein gutes Gefühl für die noch ausstehenden Wettkämpfe – den Schwägalp- und den Unspunnen-Schwinget.»


Urgestein tritt ab

Ein besonderes Augenmerk galt gestern dem dienstältesten Schwinger der Schweiz: Der 50-jährige Thurgauer Stefan Burkhalter absolviert zurzeit seine letzte Saison. Auf dem Ricken ist er seit 15 Jahren Stammgast. Nach einem verhaltenen Vormittag mit drei Gestellten realisierte er am Nachmittag drei Siege in Serie. Burkhalter wurde dafür mit dem 5. Schlussrang belohnt. Die zwei weiteren Eidgenossen im Wettbewerb, der Zürcher Fabian Kindlimann und der Sarganserländer Marco Good, klassierten sich im 6. bzw. 8. Rang.


Hans-Peter Kamer bester «Rapperswiler»

Der gastgebende Schwingerverband Rapperswil und Umgebung war mit 19 Schwingern vertreten. Von ihnen glückte Hans-Peter Kamer das beste Resultat. Der 37-jährige Landwirt aus Benken klassierte sich im vierten Rang. Zur Mittagsstunde belegte er nach drei gewonnen Gängen sogar den ersten Platz auf der Zwischenrangliste. Beim Zusammentreffen mit dem späteren Festsieger Martin Herrsche musste er sich im vierten Gang dann aber ein erstes Mal geschlagen geben.


«Mit diesem Resultat bin ich sehr zufrieden», bilanzierte Kamer nach dem Fest. Der dreifache Familienvater war in dieser Saison das erste Mal an einem Wettkampf anzutreffen. «Die Prioritäten haben sich in letzter Zeit familienbedingt ein wenig verschoben. Die Teilnahme an unserem Heimfest war mir aber eine Herzensangelegenheit», sagte er.


Die Routiniers Daniel Elmer, St. Gallenkappel, und Florian Riget, Schänis, klassierten sich im fünften bzw. siebten Schlussrang. Mit zwei Gestellten – im ersten Gang gegen Eidgenosse Stefan Burkhalter – war Riget am Morgen verhalten in den Wettkampf gestartet. Einmal mehr gelang ihm am Nachmittag aber die Aufholjagd.


Achtungserfolge erzielten im weiteren Andreas Ziegler, Kaltbrunn im 8. Rang sowie Michael Zumbach, Pfäffikon ZH, Adrian Elmer, Eschenbach, und Tobias Lacher, Rieden, im 9. Rang. Pirmin Gmür, Amden, musste den Wettkampf nach zwei gewonnenen und einem verlorenen Gang unfallbedingt abbrechen.


Schlussrangliste: https://rickenschwinget.ch/wp-content/uploads/2023/08/2023-08-06_Rickenschwinget-RL.pdf

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