Der Schwingerverband Rapperswil und Umgebung brachte bis heute 14 eidgenössische Kranzschwinger hervor. Im Vorfeld des ESAF 2025 in Mollis stellen wir sie vor.

Josef Wolfisberg (1901–1984) aus Ermenswil war der erste Eidgenosse des 1931 gegründeten Schwingerverbandes Rapperswil und Umgebung. Er gewann insgesamt 34 Kränze, darunter einen eidgenössischen Kranz (Zürich 1931, Rang 8e), sowie elf Kranzfestsiege. Besonders erfolgreich war er an Bergkranzfesten mit dreifachen Siegen auf der Rigi (1924, 1931, 1934) und dem Stoos (1924, 1932, 1933). Neben seinen sportlichen Erfolgen war Wolfisberg auch als Technischer Leiter im Rapperswiler Klub tätig. Nach seiner aktiven Zeit bewirtschaftete er ein Heimwesen in Ermenswil, das später an die Familie des Schwingers Martin Kälin überging.
Ernst Schubiger (1910–1982) aus Uznach war Metzgermeister, Turnerschwinger und Nationalturner. Er errang insgesamt 23 Kränze, darunter einen eidgenössischen Kranz (Bern 1934, Rang 9a). Seine drei Kranzfestsiege feierte er am Glarner-Bündner Schwingfest (1933 Haslen, 1938 Mollis, 1941 Bilten). Schubiger war Mitglied im TV Uznach und trat zeitweise für andere Verbände an, was berufsbedingte Wohnortwechsel erklärt. Trotz der Wechsel bleibt er eine bedeutende Figur unter den Rapperswiler Eidgenossen der 1930er Jahre, neben Wolfisberg und Siegrist.
Gustav Siegrist (†1977) aus Rapperswil war ein vielseitiger Turnerschwinger mit insgesamt 27 Kränzen, darunter zwei eidgenössische (Bern 1934, Rang 5 / Solothurn 1940, Rang 4). Er schwang zunächst für St. Gallen, ab 1938 für Rapperswil und war dort auch Vorstandsmitglied. Zu seinen sechs Kranzfestsiegen zählen der Rigi-Sieg 1933 sowie Erfolge am Appenzeller, St. Galler und Glarner-Bündner Kantonalen. Beruflich war Siegrist Polizist in Rapperswil und wechselte später den Verband. Mit starken Auftritten wie am Landi-Schwinget 1939 hinterliess er sportliche Spuren schweizweit.
Karl Oberholzer (1936–2020) aus Uznach gilt als erfolgreichster Schwinger des Rapperswiler Verbandes. Er gewann insgesamt 100 Kränze, davon fünf eidgenössische (1958, 1961, 1964, 1966, 1969) und 27 Kranzfeste, darunter zwei Nordostschweizerische und zwei Rigi-Siege. Oberholzer begann beim Rapperswiler Verband, wechselte später berufsbedingt zum Klub Glatt-Limmattal, wo er auch als Präsident und Technischer Leiter tätig war. Ab 1980 war er Präsident des NOS-Verbandes. Schon mit 19 gewann er seinen ersten Kranz. Seine Familie prägte das Schwingen über Jahrzehnte.

Georg «Schöri» Brunner (1936–2011) war ein bodenständiger Schwinger mit insgesamt 11 Kränzen, darunter ein eidgenössischer Kranz (Freiburg 1958, Rang 7). Sein Kranzgewinn trug massgeblich zum grössten Erfolg der Rapperswiler Klubgeschichte bei. Brunner gewann sechs von acht Gängen, darunter alle vier am Sonntag, und zeigte großen Einsatz. Einen Kranzfestsieg errang er nie, wurde aber hoch geschätzt. Beruflich war er Metzgermeister und führte mit seiner Frau eine erfolgreiche Metzgerei. Neben dem Schwingen war Musik seine grosse Leidenschaft.
Albert Langenegger (geb. 1941) erzielte seinen grössten Erfolg am ESAF 1966 in Frauenfeld mit sieben Siegen und Rang 4. Er gewann insgesamt 13 Kränze, blieb jedoch ohne Kranzfestsieg. Der Polizeibeamte aus Oberriet schwang erstmals 1961 an eidgenössischen Anlässen und sorgte 1966 für Aufsehen mit einer selbst entwickelten Souplese-Technik. Nach einem Skiunfall 1969 beendete er seine Karriere früh. Heute lebt er als Rentner in Wattwil.
August Brunner (1942–2000) war ein prägender Schwinger der 1960er-Jahre mit 56 Kränzen, darunter drei eidgenössische (1964, 1966, 1969), und vier Kranzfestsiegen. Er entwickelte eine variantenreiche Technik, besonders das Rückwärtsleeren. Trotz eines schweren Arbeitsunfalls war er konstant erfolgreich. Nach seiner aktiven Karriere engagierte er sich als OK-Präsident, Technischer Leiter und NOS-Präsident. Beruflich und politisch aktiv, blieb er dem Schwingen verbunden.
Franz Schatt (1948–2012) aus Kaltbrunn war ein herausragender Schwinger mit 54 Kränzen, darunter zwei Kranzfestsiege (1974, 1977), und dreifacher Eidgenosse. Bei den ESAF 1972, 1977 und 1980 zeigte er starke Leistungen, war Teil des historischen Fünffachsiegs in St. Gallen 1980. Schatt war ein zäher Kämpfer mit starkem Bodenkampf. Nach seiner Karriere engagierte er sich als Funktionär im Klub und Kanton und war langjähriger Gabenchef am Rickenschwinget.
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