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«Kurz und bündig» mit Tobias Riget

«Der Ausstich ist für alle zu schaffen, der eidgenössische Kranz eine Herkulesaufgabe»: Welche Chancen haben unsere Schwinger am ESAF 2025? Tobias Riget, Technischer Leiter des Rapperswiler Verbands, gibt eine Einschätzung ab.

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Interview und Foto: Matthias Dörig

 

Das ESAF fast vor der Haustür: Mit welchen Gefühlen schaust du diesem Fest entgegen?

Ich freue mich riesig auf ein tolles Schwingfest mit allem, was dazugehört.

Du warst drei mal als Aktiver an einem ESAF dabei. Wie gross ist die Wehmut, dass du in Mollis nicht selber mitschwingen kannst?

Ich bin nicht wehmütig. Für einen Schwinger ist es natürlich das Grösste, wenn das ESAF bei ihm zuhause stattfindet. Aufgrund der vielen Verletzungen in den letzten Jahren ist mir die Freude am Schwingen aber abhanden gekommen. Ich habe mich inzwischen damit abgefunden und bin mit mir im Reinen, sodass ich mich genauso wie die Schwinger auf das ESAF freuen kann.

Hast du am ESAF eine bestimmte Aufgabe oder verbringst du das Wochenende auf der Tribüne?

Ich habe das Privileg, dass ich das ESAF direkt am Sägemehlrand mitverfolgen darf. Ich stehe als Verbindungsmann zwischen Kampfrichtertisch und dem Schweizer Fernsehen im Einsatz und übermittle die Resultate oder allfällige Kampfunterbrüche vom Schwingplatz direkt ans Fernsehteam.

Aus den Reihen der Rapperswiler werden fünf Schwinger in die Arena einlaufen. Was traust du ihnen sportlich zu?

Alle Schwinger haben das Potenzial, den Ausstich zu schaffen und an beiden Wettkampftagen dabei zu sein. Wenn sich alle gewissenhaft vorbereiten und auch ein bisschen Wettkampfglück dabei ist, können am Ende alle Schwinger zufrieden auf das ESAF zurückblicken.

Liegt ein eidgenössischer Kranz im Bereich des Möglichen?

Es wird eine Herkulesaufgabe, aber an einem ESAF, das über zwei Tage dauert, ist erfahrungsgemäss vieles möglich.

Welche Tipps gibst du den Rapperswilern mit auf den Weg?

Den Routiniers Florian Riget und Pirmin Gmür brauche ich keine Tipps zu geben. Für Manuel Weber, Andreas Ziegler und Sandro Gmür ist es das erste ESAF. Ihnen möchte ich sagen: Geniesst das Fest und saugt möglichst viel auf. Von den Erfahrungen, die ihr in Mollis macht, werdet ihr in Zukunft noch profitieren.

Konntest du als Technischer Leiter der «Rapperswiler» bei der Selektion ein Wörtchen mitreden?

Ich habe dem Technischen Leiter des Kantonalverbands Vorschläge gemacht. Den Entscheid fällte schliesslich aber die Technische Kommission des Nordostschweizerischen Schwingerverbands.

Mit Pirmin Gmür und Florian Riget treten die beiden aktiven Teilverbandskranzer des Rapperswiler Verbands in Kürze zurück. Wer füllt die Lücke, die sie hinterlassen?

Wir haben mit Sandro Gmür und Andreas Ziegler zwei Neukranzer, die gerade nach der Qualifikation fürs ESAF hoch motiviert sind, um auch in Zukunft Vollgas zu geben. Und Manuel Weber hat dieses Jahr endlich gezeigt, wozu er im Stande ist. Er wird für die jüngeren Schwinger eine Schlüsselfigur sein.

Wenn du auf deine eigene Karriere zurückschaust: Gab es da ein besonders schönes ESAF-Erlebnis?

Mein erstes ESAF war 2010 in Frauenfeld. Ich war damals 18 Jahre alt. Als wir am Morgen in die proppenvolle Arena einmarschierten, war dieses Gefühl unbeschreiblich. Da wusste ich endlich, was das bedeutet: «Es isch mir chalt de Rugge abe gloffe.» In guter Erinnerung sind mir ausserdem die gewonnenen Gänge gegen Schwinger geblieben, die am Ende des Wettkampfs zu Eidgenossen wurden.

Der Gabentempel in Mollis ist reich befrachtet. Wenn du die Wahl hättest: Für welche Gabe würdest du dich entscheiden?

Vielleicht würde ich einen Reisegutschein wählen.

 

 

Steckbrief

Alter: 33
Wohnort: Schänis
Beruf: Logistiker
Anzahl Kränze: 28
Lieblingsessen: Risotto mit einem guten Stück Fleisch
Lieblingsgetränk: Wasser
Berge oder Meer: eher die Berge

 

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