arrow down

Gigermania am Rickenschwinget

Erwartungsgemäss entschied der Thurgauer Spitzenschwinger Samuel Giger den 66. Rickenschwinget für sich. Der gastgebende Schwingerverband Rapperswil und Umgebung zeigte eine solide Leistung, wenngleich es nicht ganz nach vorne reichte.

 
 
Text und Fotos: Matthias Dörig
 
 

Trotz unsicherem Wetterbericht fanden am Sonntag, 3. August, 2800 Zuschauerinnen und Zuschauer den Weg an den 66. Rickenschwinget. Am Ende blieben sie vom Regen zwar weitgehend verschont, voraussehbar war dies aber nicht. Dass trotz der kritischen Prognose so viele Besucher das Wagnis eingingen, dürfte nicht zuletzt mit einem Namen zusammenhängen: Samuel Giger.

Die Ankündigung, dass der Thurgauer Spitzenschwinger den Rickenschwinget beehren würde, hatte im Vorfeld des Traditionsanlasses für Aufsehen gesorgt. «Giger hat uns bestimmt den einen oder anderen zusätzlichen Besucher beschert», frohlockte OK-Präsident Ivo Reichenbach am Abend. «Für ein kleines Fest wie das unsere ist ein solches Kaliber natürlich ein willkommenes Zugpferd.»

Und Giger enttäuschte nicht: weder das Publikum auf der voll besetzten Tribüne, noch die Jungschwinger, an die er geduldig Autogramme verteilte. Erwartungsgemäss reihte Giger einen Sieg an den anderen und dominierte das Fest von A bis Z. Einen kleinen Einbruch erlitt er lediglich im 5. Gang, als ihm Teilverbandskranzer Lars Rotach aus Ganterschwil einen Gestellten abtrotzte.

Den Schlussgang gegen Shane Dändliker aus Wolfhausen entschied Giger dann aber souverän für sich. Dändliker, der bis dahin einen Gestellten gegen Eidgenosse Marco Good sowie vier gewonnene Gänge auf dem Zähler hatte, platzierte sich somit ehrenvoll im zweiten Rang – zusammen mit Teilverbandskranzer Gian Maria Odermatt aus Uster.

Durchgezogene Leistung der Gastgeber

Am 66. Rickenschwinget gaben sich rund 120 Schwinger aus der Nordostschweiz und der Innerschweiz ein Stelldichein. Der gastgebende Schwingerverband Rapperswil und Umgebung war mit 23 Teilnehmern vertreten. Deren Gesamtleistung bezeichnete Tobias Riget, der technische Leiter des Verbands, am Ende des Tages als «durchzogen, so wie das Wetter». Der Morgen sei für das Team sehr gut gelaufen, «am Nachmittag begann es aber zu harzen.»

Als bester «Rapperswiler» klassierte sich Teilverbandskranzer Pirmin Gmür aus Amden im 5. Rang. «Damit bin ich zufrieden», konstatierte er am Abend. «Einzig der Gestellte gegen Kantonalkranzer Fabian Koller wäre nicht nötig gewesen. Aber sonst brauche ich mir heute keine Vorwürfe zu machen.»

In den Farben der «Rapperswiler» kämpft auch Kantonalkranzer Manuel Weber aus Pfäffikon ZH. Am Rickenschwinget platzierte er sich direkt hinter Pirmin Gmür im sechsten Rang. Den dritten Gang gegen den späteren Festsieger Samuel Giger verlor er zwar erwartungsgemäss; wie Weber die Niederlage mit einer starken Brücke hinauszögerte, war aber spektakulär.

Kantonalkranzer Daniel Elmer aus St. Gallenkappel, der vor einigen Wochen nach längerer Verletzungspause erstmals wieder ins Sägemehl trat, klassierte sich im 7. Rang – gleich wie der junge Lukas Steiner aus Rieden. Teilverbandskranzer Florian Riget aus Schänis und Andreas Ziegler aus Kaltbrunn, der 2025 seinen ersten Kranz erlangte, platzierten sich derweilen im 8. Rang. «Dieses Resultat ist in Ordnung», sagte Ziegler nach dem Fest. Sein persönliches Tageshighlight: ein Gestellter mit der guten Note 9.00 gegen den Eidgenossen Martin Roth aus Herisau.

Ein Abschied zum Schluss

Zu einem emotionalen Moment kam es schliesslich im Lauf des 6. Gangs. Der 26-jährige Dominic Wenger aus Eschenbach hängte die Zwilchhose an den Nagel und beendete unter frenetischem Jubel seine sportliche Karriere. Wenger führte zwar nie die Rangliste an, war in den Reihen der «Rapperswiler» aber ein absoluter Sympathieträger. Bei ihm war jeder gewonnene Kampf ein gefeiertes Ereignis – gleich zwei waren es an seinem letzten Fest.