5. Kranzfestsieg von Samuel Giger, Ottoberg!

Thurgauer dominierten am St. Galler Kantonalen in Kaltbrunn


Das vorzüglich organisierte, besondere St.Galler Kantonale ohne Zuschauer litt zwar unter Regen und Kälte, bot aber tollen Schwingsport. Den reinen Thurgauer Schlussgang gewann Sämi Giger gegen Clubkollege Mario Schneider nach 4.33 Min. mit Fussstich.

Damit feierte der überragende Schwinger dieser Saison den fünften Sieg an einem Kranzfest und festigte seine Spitzenposition in der Jahreswertung des Eidg. Schwingergverbandes. Nach fünf Gängen führte Mario Schneider, Schönenberg, das Feld der 189 Schwinger mit einem Viertelpunkt Vorsprung auf Beni Notz, Güttingen und Sämi Giger, Ottoberg an. Die Einteilung unter Leitung von Martin Glaus, Schänis entschied sich für Giger, weil er das klar bessere Notenblatt als Notz vorweisen konnte. Der Schlussgang begann wie üblich unter Clubkollegen, die fast täglich zusammen trainieren, mit beidseitigem Abtasten. Dem perfiden Fussstich von Sämi Giger nach viereinhalb vorsichtigen Minuten aber konnte Schneider nichts entgegensetzen. Angesprochen auf seine Taktik, meinte Giger nach seinem zweiten Erfolg an einem St.Galler:» Es gibt in solchen Duellen keine andere Wahl, als alles in die Waagschale zu werfen und den Sieg so bald als möglich zu suchen! Ich habe von mir selbst viel erwartet und dies ist mir heute gelungen!» Am Abend konnte Sämi Giger den über 1'100kg schweren Siegermuni «Beat» persönlich in Empfang nehmen. Das stramme Tier aber wird vorläufig bei der Besitzerfamilie Landolt auf dem Benknerbüchel bleiben.


Thurgauer Kür an der Spitze!

Der verdiente Festsieger begann mit einem Gestellten gegen Weissenstein-Sieger Damian Ott, drehte dann aber mit lauter Geputzten mächtig auf, darunter im Schlüsselgang nach dem Mittagessen gegen Mitfavorit Werner Schlegel aus Hemberg, mit einem Konter nach beherztem Angriff des Toggenburgers. Mario Schneider sicherte sich die Endausmarchung dank einem unerwarteten Sieg über den Glarner Eidgenossen Roger Rychen, Mollis im fünften Gang. Mit Beni Notz stand ein weiterer Thurgauer ganz vorne. Der Eidgenosse erreichte dies nach drei Zehnern in Folge, zuletzt gegen Michael Rhyner, Nassen, der sein letztes Fest als Aktivschwinger bestritt und würdig verabschiedet wurde. Mit fünf Kränzen waren die Thurgauer auch beste Gastmannschaft.


Junge St.Galler im Aufwind

19 Kränze erkämpften sich die gastgebenden St.Galler. Allen voran der erst 19jährige Senne Werner Schlegel, der erneut mit seinem offensiven Schwingstil und einem vielseitigen Repertoire an Links- und Rechtsschwüngen auffiel und mit fünf Siegen verdient den Ehrenplatz belegte. Während Damian Ott diesmal durch zwei überraschende Niederlagen gegen Nicola Wey, Stäfa und Markus Effinger, Einsiedeln, ohne Laub nach Hause musste, klassierten sich mit Marcel Räbsamen, Müselbach und Manuel Bollhalder, Flawil, zwei weitere Toggenburger ganz vorne in der Rangliste. Mit sechs Neukranzern unterstrichen die jungen St.Galler, dass in Bälde wieder mit ihnen zu rechnen ist, was sicher auch nötig ist, denn erstmals seit Jahrzehnten mussten die St.Galler an diesem Anlass ohne einen einzigen Eidgenossen antreten! Intern trumpften die Rheintal-Oberländer mit sieben, vor Toggenburg mit fünf, Stadtverband mit vier und Rapperswil mit drei Kränzen gross auf.


«Rapperswiler» nicht ganz zufrieden!

Die nach diversen Rücktritten ohne viel Vorschusslorbeeren gestarteten Einheimischen erfüllten die Erwartungen nicht ganz. Acht von ihnen hatten im letzten Gang noch Chancen auf das St.Galler Laub, nur der überzeugend schwingende Technische Leiter Tobias Riget, Schänis, Adrian Elmer, Eschenbach und Pirmin Gmür, Amden, konnten diese Erwartungen erfüllen. Riget glänzte dabei mit dem Wurf des Tages, mit dem er den ISV-Kranzer Philipp Schuler, Rothenthurm, in hohem Bogen mit einem herrlichen Aeusseren Haken ins Sägemehl donnerte! Adrian Elmer holte sich den Kranz in letzter Sekunde mit einem schönen Armzug über den Appenzeller Sepp Fuster und zuverlässig wie immer Schwang sich der Ammler Pirmin Gmür mit vier Siegen und zwei Unentschieden in die vorderen Ränge.

Unten durch mussten im Kampf um das Laub, Hanspeter Kamer, Benken, der seinen gefürchteten Wyberhaken bei Reto Schlegel, Flumserberg, nicht gewinnbringend einsetzen konnte. Der filigrane Techniker Daniel Elmer aus Rüeterswil musste sich der urtümlichen Kraft von Manuel Bollhalder, Flawil, beugen und Florian Riget aus Schänis fand trotz allen Bemühungen einfach kein Rezept gegen den Einsiedler Remo Kälin. Gestellt, und aus war der Traum vom dritten Kranz in dieser Saison! Viel Freude bereiteten die ganz Jungen. So schwang Manuel Lüthi, Pfäffikon erneut um den Kranz, hatte aber mit Marco Oettli, Bussnag einen übermächtigen Gegner.

Phasenweise beeindruckten auch der untersetzte Riedner Tobias Lacher und die Gebrüder Andreas und Michael Ziegler, aus Kaltbrunn, sowie Fadri Widmer aus Benken, Kämpfer Lukas Steiner, Rieden und weitere Talente aus der Region. Es wächst also wieder junges vielversprechendes Schwingerholz nach, sicher auch ein erfreuliches Fazit dieses denkwürdigen Kantonalfestes in Kaltbrunn.

Mit einer kurzen Ansprache nach dem fünften Gang dankte OK-Präsident Güscht Scherzinger vor allem den grosszügigen Sponsoren und den vielen treuen Gabenspendern, die mithalfen, dass das zweimalig verschobene Fest vielleicht doch noch selbsttragend über die Bühne gebracht werden kann! Den rührigen Organisatoren des STV Kaltbrunn mit allen Riegen und dem Schwingerverband Rapperswil und Umgebung wäre dies zu gönnen.

01.08.2021 / Willi Giger





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